Irrsinn der Normalität – Zur Kritik des deutschen Nationalismus

Angesichts der gerade dieser Tage übermäßigen Präsenz des in schwarz-rot-gold gewandeten Wahnsinns, wollen wir uns mit der Entstehung des aktuellen deutschen Nationalismus befassen.
Die Fußball-WM der Männer 2006 zeigte sich als nationale Massenzeremonie, die als vorläufiger Höhepunkt verschiedener Entwicklungen der letzten Jahrzehnte gelten kann, durch die sich der deutsche Nationalismus reartikulierte. Nun feierte Deutschland sich und seine selbst zugeschriebene Normalität.
Diese angebliche Normalität des nationalen Zusammenhangs gilt es als Irrsinn zu kritisieren. Im Vortrag geht es dabei um Fußball, aber auch um nationale Zeremonien wie den Eurovision Songcontest und den Zusammenhang von Nation und Geschlecht.

1.07.10
18.30 Uhr
Café Klatsch Wiesbaden

„Wir zahlen nicht für eure Krise“ – Demonstration am 12. Juni 2010

Am 12.06.10 fand in Stuttgart eine vom Bündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“ veranstaltete Demonstration gegen das Sparprogramm der schwarz-gelben Regierung statt. Zu diesem Anlass organisierte das „Krisenbündnis WI“ einen Bus für Menschen aus Wiesbaden, Mainz und Umgebung. Dieser fuhr, fast komplett gefüllt, um 7.45 Uhr am Mainzer Hauptbahnhof ab. Nach einer zweieinhalbstündigen Fahrt erreichten wir die Stuttgarter Innenstadt und machten uns auf den Weg zum Veranstaltungsort, wo sich bereits tausende Menschen versammelt hatten. Nach einigen Kundgebungen, deren inhaltliche Schwerpunkte sich vor allem auf gewerkschaftliche Kapitalismuskritik konzentrierten, ging mensch los, um durch die Stuttgarter Innenstadt in Richtung Schlossplatz zu laufen. Dort angekommen gab der Rapper Holger Burner einige seiner Songs zum besten. Danach folgten Kundgebungen von GewerkschafterInnen gegen die Anschuldigungen der Kanzlerin, die in einer Rede behauptete, das Volk hätte über seine Verhältnisse gelebt und damit maßgeblichen Anteil an der bestehenden Krise, sowie gegen das im Bau befindliche Verkehrs- und Städtebauprojekt zur kompletten Neuordnung des Eisenbahnknotens, „Stuttgart 21“. Nach der Abschlusskundgebung folgte noch ein kurzer Auftritt zweier Hip-Hopper, ehe die Veranstaltung aufgelöst wurde. Natürlich ließ es sich die Polizei nicht nehmen, den friedlichen Charakter der Demonstration zu zerstören, in dem sie willkürlich KapitalismusgegnerInnen kontrollierten und festnahmen. Wer dies zu verhindern versucht , bekam ohne Vorwarnung den Knüppel vor das Gesicht. Hierbei wurden ohne Rücksicht selbst Frauen und SeniorInnen zur Seite geknüppelt, nicht wenige sogar zu boden geschubst. Auf Fragen, wie die Polizei diesen Einsatz von Gewalt legitimierten, bekam mensch „halt die Klappe, das ist unser Job“ als Antwort zu hören. Wobei mensch sich wundern konnte, dass die Antwort überhaupt in verbaler Form gegeben wurde.
Nach Freilassung der Gefangenen gingen wir zurück zum Busabfahrtsplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs, um die Rückfahrt in die rheinland-pfälzische Hauptstadt anzutreten. Diese erreichten wir gegen 18 Uhr.
Fazit: Die Krisendemonstration in Stuttgart hat trotz einiger weniger Unstimmigkeiten innerhalb der DemonstrantInnen und Polizeirepressalien ihr Gesicht nicht verloren und wir hoffen, dass den PolitikerInnen mit dieser Versammlung ordentlich Druck gemacht werden konnte. Die VeranstalterInnen haben weitere Proteste in Sommer und Herbst angekündigt.

Berichte:
Demo und Protestaktionen am 12.06. in Stgt.
Stuttgart: 20000 Teilnehmer bei Demonstration „Wir zahlen nicht für Eure Krise“
Großdemonstration in Stuttgart

Bildungsstreik-Demo in Mainz

Am vergangenen Mittwoch fand der angekündigte zentrale Demonstrationstag des bundesweiten Bildungsstreik-Bündnisses statt. Auch in Mainz wurde demonstriert, es begann ab 13 Uhr mit einem kleinen Vorprogramm am Mainzer Hauptbahnhof – ab 15 Uhr sollte sich der Demozug dann durch die Innenstadt bewegen, was sich allerdings um einige Minuten verzögerte. Am Ende waren es dann um die 500 bis 600 TeilnehmerInnen, wobei die Zahlen der Polizei wie gewohnt etwas tiefer angesetzt wurden.

Ab 13 Uhr waren bereits die ersten BildungsstreikerInnen am Hauptbahnhof eingetroffen und informierten die umherlaufenden PassantInnen und andere Menschen über die anstehende Demonstration. Wer Lust hatte, konnte sich selbst Fahnen und Transparente mit Forderungen für eine bessere Bildung herstellen – zudem gab es noch etwas Musik vom Lautsprecherwagen aus und Nudelsuppe von der VoKü.
Mit etwas Verspätung startete der Demonstrationszug um etwa 15.30 Uhr nach einer kurzen Ansprache vom Versammlungsleiter und weiteren AktivistInnen. Gemeinsam wurde durch die Mainzer Innenstadt gelaufen, begleitet von den lautstarken Forderungen nach freier Bildung.
In der Bauhofstraße gab es dann noch eine kleine Zwischenkundgebung, bevor es dann zum Abschluss-Ort der Demonstration, dem Theaterplatz ging.
Auch dort hielten einige Menschen noch Redebeiträge, was allerdings leider nicht mehr von allzu vielen TeilnehmerInnen verfolgt wurde, da sich ein großer Teil schon vom Demonstrationszug getrennt hatte.

Im anschließenden Medienecho, was in Anbetracht der geringeren Tragweite der Demo im Vergleich zum Vorjahr relativ gering ausfiel, wurde der Bildungsstreik in Mainz leider erneut lediglich als Studierendenprotest reduziert, mit dem sich SchülerInnen solidarisierten. Dass es sich um einen gesamtgesellschaftlich relevanten Protest handelt, ist erneut nicht herauskristallisiert worden. Auch auf konkrete, teils radikalere Forderungen des Bildungsstreiks wurde nicht genauer eingegangen.

Erstes offenes SchülerInnen-Treffen in Mainz am Freitag und Nachttanzdemo am Samstag!

Übermorgen am Freitag, den 28. Mai 2010 findet im Haus der Jugend (HDJ) um 17 Uhr das erste offene SchülerInnen-Treffen in Mainz statt. Hierbei soll offen über Dinge diskutiert werden, die in der Schule falsch laufen. Es wäre toll, wenn viele SchülerInnen von den verschiedenen Schulen der Umgebung kommen würden, sodass es möglich würde, sich untereinander zu vernetzen.

Einen Tag später findet um 20 Uhr am Hauptbahnhof Mainz eine Nachttanzdemo statt. Die dahinter stehende Thematik ist sehr interessant, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Aufruf.

Einst­mals al­ter­na­ti­ve und bunte Wohn­vier­tel sol­len durch die der­zeit mo­der­ne und funk­tio­na­li­sier­te Stadt­po­li­tik „ver­schö­nert“ wer­den. Kul­tur­zen­tren und Ate­liers fal­len die­ser auf Kom­mer­zia­li­sie­rung aus­ge­rich­te­ten Stadt­pla­nung zum Opfer, be­zahl­ba­rer Wohn­raum wird sel­te­ner. So wer­den – auch hier in Mainz – Men­schen, die nicht zu den Wohl­be­gü­ter­ten zäh­len, an den Rand der Stadt ge­drängt. Diese Pro­zes­se ver­rin­gern aber noch weit rei­chen­der die all­ge­mei­ne Le­bens­qua­li­tät in Städ­ten: Denn auch für Kul­tur­zen­tren, Sport­ver­ei­ne oder klei­ne­re Cafés be­deu­ten die hohen Miet­prei­se, dass sie keine frei­en oder güns­ti­gen An­ge­bo­te mehr ma­chen kön­nen.

Auch hier wäre es super, wenn so viele Menschen wie möglich für ihr Recht auf Stadt auf die Straße gingen.

Diskriminierung gibt’s überall. Leider.

Jeder mehr oder minder vernünftige Mensch stimmt der Aussage zu, dass im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft Diskriminierung egal welcher Form ohne Wenn und Aber abzulehnen ist und Personen, die diskriminierendes Gedankengut verbreiten wollen, keine Plattform gegeben werden darf. Das ist ja auch richtig und sollte selbstverständlich sein, doch leider ist der Begriff „Diskriminierung“ in vielen Fällen sehr kurz gefasst. Diskriminierung gibt es in vielen verschiedenen Formen, einige von ihnen werden traurigerweise nur selten als eben solche wahrgenommen.

Sexismus

Ein Beispiel hierfür wäre noch immer der Sexismus. Immer wieder werden Menschen allein aufgrund ihres Geschlechts mit irgendwelchen billigen Klischees gleichgesetzt und stereotypisiert. Mensch muss (oder lieber doch nicht) sich nur einmal die vielen Titel sogenannter Hip-Hop-Künstler anhören, in denen meist Frauen als Objekte männlicher Begierde reduziert, teilweise auch zutiefst entwürdigt werden. In den dazugehörigen Videos sieht mensch meist wenig bekleidete Frauen herumtanzen, welche offenbar lediglich als Accessoire der männlichen Künstler dienen sollen.
Ein weiteres Beispiel für den alltäglichen Sexismus ist die Werbung. Wie oft sieht mensch spindeldürre junge Frauen, welche als Werbeobjekte für irgendwelche abstrusen Produkte stehen. Eines der ekelhaftesten Beispiele für sexistische Werbestrategien stellt das Deodarant „Axe“ dar, weches auf seiner Internetseite seit Neustem sogar die Möglichkeit anbietet, eine Frau virtuell zu betatschen. Hierzu der Mädchenblog und die taz.
Solche diskriminierenden Auswüchse sind das Resultat einer patriarchalen Gesellschaft, in der „männliche“ Werte überwiegen. Eine solche Gesellschaft schreibt beiden Geschlechtern typische Rollenbilder zu. Wer kennt sie nicht, diese wenig durchdachten Aussagen à la „Typisch Frau“ oder auch „Typisch Mann“. Naja, ich bezweifle, dass es sowas in dieser Form überhaupt gibt. Sogenannte typische Frauen- oder Männer-Verhaltensweisen sind wohl zum Großteil gesellschaftlich konditioniert. Auf jeden Fall gibt es keine Rechtfertigung dafür Menschen aufgrund ihres Geschlechts in irgendwelche Schubladen zu stecken!

„Lookism“

Und weiter geht es mit der alltäglichen Präsenz von Diskriminierung. Wenn mensch morgens durch die neusten Klamotten-Prospekte blättert und sich die darin abgebildeten Personen etwas genauer betrachtet, dem fällt das geltende Schönheitsideal für Frau und Mann sofort in die Augen. Schlank, „Sixpack“, „perfektes Gesicht“… Menschen werden auf extremste Weise auf ihr Äußeres reduziert. Durch Medien und Werbung wird das Bild eines „perfekten“ Menschen suggeriert, welches der Realität ferner kaum sein kann. Viele Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als diesem abstrusen Ideal ein Stückchen näher zu kommen – koste es auch, was es wolle. Da werden schon einmal mehrere Tausend Euro für eine sogenannte Schönheits-OP in den Sand gesetzt. Oder das lang ersparte Geld für die neuesten Modetrends ausgegeben, die in wenigen Monaten sowieso wieder aus der Mode sind.
Diese oberflächliche Konzentration auf das Aussehen führt zur Kategorisierung in „schöne“ und „hässliche“ Menschen. Und natürlich die Grauzone dazwischen. Oft werden Menschen beleidigt oder nicht akzeptiert, weil ihr Äußeres als „hässlich“ empfunden wird. Mal ist mensch zu dick, dann wieder zu dünn. Mal sind die Klamotten out, dann die Frisur altmodisch oder einfach nur freaky.
Anstatt das Aussehen und den Klamottenstil als Ausdruck persönlicher Individualität wahrzunehmen und entsprechend als wertvoll und einzigartig zu erkennen, wird mensch daran gemessen und zuweilen diskriminiert. Der englische Ausdruck „lookism“ bezeichnet diese Art der Diskriminierung. Wenn sich jemand über diese Thematik genauer informieren möchte, kann sich gerne auf Lookism.info umsehen, eine richtig informative Seite zu diesem Thema.

„Ageism“

„Alter Sack!“ – „Das ist aber kindisch!“ – Oft werden Menschen auch aufgrund ihres Alters kategorisiert und stereotypisiert. JedeR weiß, dass ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt nach Verlust ihres Jobs kaum noch eine Chance haben, im Arbeitsleben wieder Fuß zu fassen. Jüngere kosten eben weniger, mit ihnen ist länger zu planen und schlussendlich ist mit ihnen mehr Profit zu machen.
Aber auch abseits des Arbeitslebens spielt die Altersdiskriminierung leider eine Rolle. Menschen werden aufgrund ihres Alters beleidigt oder weniger ernst genommen. Anstatt die Lebenserfahrung älterer Menschen als Chance zur eigenen Weiterentwicklung zu sehen, werden diese oft als „alte Säcke“ oder „nicht mehr zeitgemäß“ denunziert und dementsprechend nicht ernst genommen.
Aber auch umgekehrt herrsch oft kein unvoreingenommenes Verhältnis. Die Unerfahrenheit von jüngeren Menschen wird immer wieder als Grund genommen, auf deren Ansichten und Probleme nicht wirklich oder nur oberflächlich einzugehen. „Das wirst du auch noch lernen“, hört mensch oft und fühlt sich einfach unverstanden. Es wäre viel schöner, wenn sich alle Altersstufen auf einer Ebene wahrnehmen würden, denn davon könnte jedeR profitieren.

Es bleibt festzuhalten, dass Diskriminierung weiterhin in unzähligen Formen gesellschaftlich etabliert ist. Daran gilt es anzuknüpfen und alle diskriminierenden Tendenzen aufzuzeigen und offensiv zu kritisieren. Besonders wichtig ist es aber, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und die eigenen Ansichten kritisch zu beäugen und weiterzuentwickeln. KeineR von uns ist frei von pauschalen Urteilen, allerdings können wir alle versuchen, diese zu erkennen und zu überwinden.

Vielleicht kommen wir so der Freiheit der Welt ja ein kleines Stückchen näher. Wäre wundervoll. :-)

von j.

AG SchülerInnen-Treffen am Donnerstag

Am kommenden Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 18 Uhr findet im Haus Mainusch auf dem Uni-Campus ein Treffen der Arbeitsgruppe des AK Protest statt, welche sich um die Mobilisierung von Mainzer SchülerInnen, deren Forderungen, Protestaktionen und weitere tolle Dinge kümmert. Treffpunkt ist am AStA, direkt nebendran.
Es wäre toll, wenn viele SchülerInnen von verschiedensten Schulen kommen könnten, damit konkrete Dinge diskutiert und geplant werden können. Schließlich ist die bundesweite Aktionswoche vom 7. bis 12. Juni 2010 nicht mehr weit und es gibt noch viel zu tun!

Das nächste Gesamt-Plenum des AK Protest findet am Dienstag, den 25. Mai 2010 um 20 Uhr statt, Treffpunkt wird vor den AStA-Räumen sein.

Bildungsstreik: Bundesweites Vernetzungstreffen in Darmstadt

Vom 13.-16. Mai 2010 findet das nächste bundesweite Bildungsstreik-Vernetzungstreffen in Darmstadt statt. Dazu laden wir Dich ganz herzlich ein, das verlängerte Wochenende mit engagierten Menschen aus ganz Deutschland zu verbringen. Da der desolate Zustand im Bildungssystem sich nicht nur auf einzelne Probleme in der akademischen oder schulischen Bildung reduzieren lässt, muss dementsprechend der Protest durch ein breites Bündnis aller getragen werden. Bundesweit haben sich viele Auszubildende dafür ausgesprochen, ihre Beteiligung am Bildungsstreik auszuweiten. Dieses Vernetzungstreffen soll uns die Möglichkeit geben, gemeinsam den Bildungsstreik 2010 weiter zu gestalten.

klick

Wäre toll, wenn noch einige Menschen aus Mainz und Umgebung mitfahren würde. Wir werden mit einer Regionalbahn am Donnerstag um 8.49 Uhr vom Mainzer Hauptbahnhof in Richtung Darmstadt losfahren.

Naziaufmarsch am 8. Mai in WI-Erbenheim

Heute fand in Wiesbaden-Erbenheim ein Neonazi-Aufmarsch mit in etwa 160 TeilnehmerInnen statt. Dem breiten Bündnis von GegendemonstrantInnen war es nicht möglich, die Propaganda der Faschos zu verhindern. Grund dafür war das Verhalten der Polizei, welche mit aller Macht den Nazimarsch durchsetzte.
Dass das Verhalten der Polizei am heutigen Tag sehr rigoros sein wird, fiel uns bereits früh morgens während der Anreise nach Erbenheim auf. Der gesamte Stadtbus wurde im Rahmen einer Polizeikontrolle angehalten und es wurden von allen PassagierInnen die Personalien aufgenommen, Taschen und Rucksäcke durchsucht, sowie Leibesvisitationen durchgeführt. Da eine Überprüfung scheinbar nicht ausreichte, wurden manche Personen einfach mehrfach kontrolliert, was die Weiterfahrt folglich enorm verzögerte. Irgendwann hatten die BeamtInnen ihre fragliche Tätigkeit dann doch beendet und es ging mit polizeilicher Eskorte weiter zum Treffpunkt, leider mit reichlicher Verspätung. Dass wir nicht die einzigen waren, welche in eine solche Kontrolle gerieten, wusste ein Freund zu berichten, der an anderer Stelle durchsucht wurde.
Nach einiger Zeit ging der Demonstrationszug dann los, mensch lief über einen Feldweg und die Menschenmenge machte direkt lautstark klar, dass Nazipropaganda weder in Wiesbaden, noch irgendwo anders etwas verloren hat. An irgendeiner Ecke hielt uns die Polizei mit einer Kette der BFE unverhältnismäßig lange fest, sodass wir nicht weiter voran kamen. Dies stieß auf Unverständnis und die BeamtInnen wurden aufgefordert, die Kette zu lösen und die DemonstrantInnen den vereinbarten Weg laufen zu lassen. Die Einheit reagierte sofort gereizt und versuchte, ihre absoluten Autoritätsansprüche klar zu machen. Nun ja, irgendwann wurde es dann zu bunt und es wurde etwas gedrückt. Nun muss mensch sagen, dass von Seite der DemonstantInnen dieser Prozess absolut friedlich von statten ging. Die BFE nahm dies allerdings leider zum Anlass, massiv gewalttätig zu werden und ein übermotivierter Beamter schlug zwei von uns mit der Faust ins Gesicht. Als ob das nicht schon genug wäre, nahm er sich die Frechheit unsere mitgebrachte Fahne, welche gegen keinerlei Vorschriften verstieß, an sich zu nehmen und mit ihr zu verschwinden. Dass wir sie nicht mehr wiedersehen werden, war uns sofort klar. Staatlich legitimierter Diebstahl quasi…
Wenig später ging es dann doch weiter zu einer Kundgebung, bei der es dann mehrere Redebeiträge gab. Gleichzeitig hielt die Polizei scheinbar einige Menschen fest, was erneut auf wenig Verständnis stieß. Außerdem hatte sie eine Kette gebildet an einer Stelle, an der sich die GegendemonstrantInnen eigentlich noch hätten frei bewegen dürfen. So begannen also nicht enden wollende Verhandlungen zwischen Staatsmacht und Demonstrationsleitung. Diese führten zu nichts und die Polizei machte keinerlei Anzeichen, uns den Weg in Richtung der mittlerweile angekommenen Nazis frei zu machen bzw. uns wenigstens etwas näher an sie ran zu lassen. Kurze Zeit darauf kam es zu einem enormen Pfefferspray-Einsatz an einer Nebenstraße, welche von einer weiteren Polizeikette abgeriegelt war. Einige DemonstrantInnen mussten von den anwesenden SanitäterInnen behandelt werden.
Da auch hier klar war, dass es kein Durchkommen geben würde, verstreuten sich die Menschen und versuchten, sich irgendwie einen Weg zu finden, welcher es erlauben konnte, näher an die Faschos ran zu kommen. Aber auch dies war niemandem möglich, da die Polizei wirklich überall präsent war, meist bereits präventiv behelmt und teilweise sogar mit Schutzschildern.
Im Endeffekt war klar, dass es der Staatsmacht durch ihren unverhältnismäßigen Einsatz gelungen war, den Marsch der Faschos gelingen zu lassen, sodass die Rechten ihre Propaganda durch die Straßen von Erbenheim gröhlen konnten, ohne dass sie unseren Gegenprotest zu Gesicht bekamen. Traurige Sache!
Dementsprechend groß war die Enttäuschung und Wut bei den DemonstrantInnen. Zum Abschluss bewegte mensch sich noch von Erbenheim zum Wiesbadener Hauptbahnhof, auch hier zwischen noch eine sinnfreie Absperrung der Polizei, welche allerdings aufgegeben wurde, als die BeamtInnen erkannte, dass sich das niemand gefallen lassen wollte.
Am Ende gab es dann noch eine Abschluss-Kundgebung vor dem Hauptbahnhof mit einigen Redebeiträgen. Auch hier war die Polizei stets behelmt und in großer Anzahl präsent. Schade, dass es somit nicht gelingen konnte, den Naziaufmarsch – wie erhofft – auf friedliche Art und Weise zu verhindern…

Hier noch einige Links:
http://naziaufmarschverhindern.blogsport.de/
http://wiesbadengegenrechts.blogsport.de/

Seite im Aufbau…

Hallo Leute,

leider ist unser Blog noch im Aufbau. Toll, dass ihr bei uns vorbeischaut!
Demnächst werden wir uns hier richtig vorstellen. Unter dem Punkt „Wer sind wir“ oben in der Leiste könnt ihr nochmal unsere Vorstellung in unserem Flyer lesen. Das wird auch bald aktualisiert.
Dazu noch unsere Meinung zur Bildungsmisere. Der Bildungsstreik 2010 steht an! :-)

Bitte kontaktiert uns, wir freuen uns sau hart!

eMail:
newconcept@web.de

MfG,
NewConcept